Keine Wunder in Sotschi

Dopingwächter haben den Medaillenspiegel der Olympischen Winterspiele in Sotschi bestätigt. Sie sehen nur eine winzige Abweichung von ihrer Prognose. Sie betrifft Norwegen.

Die „Beobachtungsstelle für medizinischen Fortschritt im Hochleistungssport“ an der Uni Heidelberg teilte mit, sie habe so ziemlich alle Ergebnisse vorhergesehen. “Da gibt es kaum noch Überraschungen”, sagt ihr Chef, Professor Franz Piefke.

Erfolgreich sei, wer das Risiko nicht scheue und ohne Bedenken immer auf die brandneuen Stimulanzen setze, die “noch kein Mensch nachweisen kann”. Blutdoping und Epo gehörten längst nicht mehr dazu. Wer sich damit noch abgebe, habe die Zeit verschlafen, sei zu geizig oder willensschwach.

Eine kleine Überraschung war für die Dopingwächter nur das gute Abschneiden Norwegens. Sie wollen jetzt Luftproben am Nordkap nehmen, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Sie vermuten, dass viel Jod in der norwegischen Luft die Schilddrüsen der Athleten aktiviert. “Daraus ließe sich ja dann auch was machen”, sagt Piefke.

Für völlig abwegig hält er das Gerücht, die erfolgreichen Sportler Russlands hätten Xenon geschnüffelt. Das Edelgas erhöhe die körpereigenen Epo-Werte. “Und das würde bei jedem Test sofort auffallen.”

Die Heidelberger Beobachtungsstelle versteht sich als Bindeglied zwischen Sport und Pharmaindustrie.

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