Chodorkowski kämpft

Der russische Menschenrechtler Chodorkowski ist der Gefangenen-Hilfsorganisation Amnesty International beigetreten. Er kämpft für die Freilassung aller Mitglieder seines Yukos-Clans. Sie seien ebenso unschuldig wie er selbst.

Für seinen Befreiungskampf will Chodorkowski die “wenigen Milliarden” zusammenkratzen, die er nach Zypern und auf die Bahamas gerettet hat. Das sagte er auf einer Pressekonferenz in seinem Bett im Berliner Luxushotel Adlon.

Besonders am Herzen liegt ihm der frühere Yukos-Sicherheits-Manager Pitschugin. Er ist wegen einer Reihe von Auftragsmorden zu lebenslanger Lagerhaft verurteilt worden. Obendrein soll er für den Anschlag auf eine ehemalige Mitarbeiterin des Konzernchefs verantwortlich sein, die allerdings überlebt hat.

Chodorkowski verlangt, dass Pitschugin sofort freikommt. Der Mann sei immer loyal gewesen, habe nie etwas aus eigenem Antrieb getan und stets saubere Arbeit geleistet. Niemand könne ihm etwas beweisen. Dass einige seiner Mitstreiter Geständnisse abgelegt hätten, sei eine reine Farce.

Pitschugin sei sogar für Mordfälle verurteilt worden, in denen man gar keine Leichen gefunden habe. Das gebe es nirgendwo auf der Welt, nur in Russland. Da sehe man, wie es dort um den Rechtsstaat bestellt sei.