Einheitspartei kommt

Deutschland steht vor der Gründung einer neuen großen Volkspartei. CDU, CSU und SPD verhandeln hinter den Kulissen über ihre Fusion. Die Einheitspartei soll den Namen “Christliche Sozialdemokraten Deutschlands” (CSD) tragen. Sie will sich klar von der Kapitalismuskritik des Papstes abgrenzen. 

Ihre Ideen sind stattdessen der Prädestinantionslehre des Reformators Calvin entlehnt. Ein erster Programmentwurf verpflichtet die Mitglieder zur Rückbesinnung auf die christlichen Werte des Eigentums.”Wer hat, dem soll gegeben werden”, heißt es wörtlich in der Präambel.

Reichtum sei das zuverlässige Zeichen der Gnadengewissheit Gottes. Armut beweise das Gegenteil. Das gelte für Völker, Staaten und Einzelwesen. Niemand habe das Recht, an dieser Ordnung zu rütteln.

Eine Politik, die ewig dagegen rebelliere, so SPD-Chef Gabriel in einem Hintergrundgespräch, verfehle ihren Sinn. “Wir Sozialdemokraten haben da einen Lernprozess durchgemacht.” Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit seien “idealistische Erfindungen bürgerlicher Spinner”. Sie hätten sich als die “gefährlichsten Illusionen” der Weltgeschichte erwiesen.

Kanzlerin Merkel pflichtete ihm bei, fügte aber mit leichtem Bedauern hinzu: “Natürlich haben wir allein in Deutschland über zwei Millionen Kinder, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind. Aber nun stellen Sie sich mal vor, wir hätten keine Unterschicht mehr. Woher soll denn dann der Wille zum Aufstieg kommen?”

Er sei die Triebkraft jeder Entwicklung. Wenn er fehle, herrsche Stillstand. Das könne niemand wollen.