Putin ist nicht schwul

Die russischen Behörden gehen mit harter Hand gegen Gerüchte vor, in denen behauptet wird, Präsident Putin sei schwul. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei nahm in Moskau zwei Stricher fest, die geprahlt hatten, sie pflegten „regelmäßig gute Kontakte“ zu ihm.

Diese Kontakte, so die jungen Männer, habe es schon vor der Trennung von seiner Ehefrau gegeben. Eine Reporterin der Zeitung „Komsomolskaja Prwada“ hatte die  beiden aufgespürt und interviewt. Sie ist untergetaucht. Nach ihr wird gefahndet. Alle drei sollen wegen Missachtung des „Gesetzes gegen homosexuelle Propaganda“ vor Gericht kommen.

Ein Kreml-Sprecher wies auf einer Pressekonferenz scharf den Verdacht zurück, Putin habe das Gesetz erlassen, um seine eigenen Bedürfnisse im Zaum zu halten. Wer so etwas verbreite, gehöre „für den Rest seines Lebens ins Straflager“. Der Präsident habe einzig und allein „die sittliche Stabilität der großen russischen Nation“ im Auge.

Das gelte auch für seine Gewohnheit, sich in regelmäßigen Abständen halb nackt der Öffentlichkeit zu  präsentieren. Man zeige damit der Welt, unter welch gesunder und kraftvoller Führung das Land stehe. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, unabhängig davon, ob ein Mann oder eine Frau das Steuer in der Hand halte.

Diese Bemerkung löste Irritationen aus. Auf die Frage, ob sie damit zusammenhänge, dass Putins Gesichtszüge zusehends weicher würden, wollte der Kreml-Sprecher zunächst nicht antworten.

Erst nach einem kurzen Telefonat sagte er: Ja, der Präsident habe seine eigene Identität schonungslos geprüft und erkannt, dass er im falschen Körper lebe. Daraus ziehe er mit „eisernem Willen“ die Konsequenzen. Schon bei der nächsten Wahl wolle er als Wladimira Putina antreten.