Zoff der Fußball-Paten

Fifa-Chef Blatter und der europäische Fußball-Boss Platini haben sich hoffnungslos überworfen. Platini droht, die WM in Katar 2022 zu boykottieren. „Ich denke nicht daran, unser Spielermaterial in der Wüste zu verheizen, nur damit du dir deine Taschen mit den Petrodollars der Scheichs füllen kannst“, flucht Platini in einer Mail, die den TN zugespielt wurde.

Auslöser des Streits ist eine leise Kritik Blatters am Spielertransfer in Europa. Er bezweifelt, dass „ein einzelner Kicker“ 100 Millionen Euro wert sein kann. Für diese Summe hat sich Real Madrid den Tottenham-Mittelfeldakteur Gareth Bale gekauft. Kurz darauf zahlte Arsenal London 50 Millionen an Real für Mesut Özil.

Blatter verlangt nun, dass die Fifa mit 40 Prozent an solchen Geschäften beteiligt wird. Entweder sie bekomme ihren Anteil, oder sie werde diesen „perfiden Menschenhandel“ öffentlich anprangern. „Ich bin es, der die Geldmaschine weltweit am Laufen hält“, schrieb er an Platini. „Wer das vergisst, sollte sich einen anderen Job suchen.“

Platini stellt sich quer. Er verweist darauf, dass allein das „individuelle Doping“ eines Weltklassespielers, „damit er überhaupt erstmal einer wird“, Unsummen verschlingt. „Wem wäre gedient, wenn das auffliegt?“ Also müssten die Clubs immer neue Mittel und Wege finden. Die gebe es nicht zum Nulltarif. Blatters Forderung sei deshalb „Schweizer Käse“.

Außerdem lasse er sich, so Platini weiter, “von niemandem die Geschäfts-Bedingungen diktieren, der in seinem ganzen Leben noch kein Tor geschossen hat.“