Streit um den Bruderkuss

Die neue Herzlichkeit von US-Präsident Trump im Umgang mit ausländischen Politikern sorgt für Unruhe. Die Demokraten in Washington werfen ihm vor, den französischen Präsidenten Macron mit russischen Bruderküssen bedeckt zu haben.

Damit habe Trump seine Nähe zu Moskau hemmungslos offenbart.

Bundeskanzlerin Merkel sagte, sie habe sich nie träumen lassen, dass kommunistische Rituale ausgerechnet in Washington wieder salonfähig würden. Sie selbst stehe dafür nicht zur Verfügung.

Begeistert zeigte sich hingegen die “Künstlerinitiative East Side Gallery” in Berlin. Zu den bekanntesten Bildern auf ihrem Reststück der Berliner Mauer gehört der Bruderkuss zwischen Breshnew und Honecker. Die Initiative bot nun an, die laszive Szene mit Trump und Macron hinzuzufügen.

Daraus lasse sich dann eine Serie “Staatsmänner küssen für den Frieden” entwickeln, etwa mit den beiden koreanischen Präsidenten oder mit den Spitzenpolitikern Irans und Saudi-Arabiens.

Das Weiße Haus will eine solche Gallery jedoch bestenfalls an der Grenze zu Mexiko dulden. “America first”, sagte die Sprecherin des Präsidenten, Sarah Huckabee Sanders.

@Bse

Statesmen kissing for peace