Grüner Strom aus Kohle

Der konservative “Berliner Kreis” der CDU hat die Braunkohle als erneuerbare Energiequelle entdeckt.

Er wies einen Hilferuf aus Sachsen und Brandenburg zurück, mit dem die Ministerpräsidenten Tillich und Woidke den wirtschaftlichen Kollaps der Lausitz verhindern wollen, wenn der Kohleabbau ausläuft.

Es gebe keinen Grund, von der Kohleverstromung abzurücken, so der Berliner Kreis. Das zeige das jüngste Beispiel der USA, und hierzulande dürfe man jetzt ebenfalls nicht einknicken.

Klimaschutz-Gründe lassen die konservativen CDU-Politiker nicht gelten. Kohle werde zwar “von Ideologen verteufelt”, sei aber ein erneuerbarer Energieträger. Nur dauere es halt etwas länger. “Die märkische Kiefer von heute ist die Braunkohle von übermorgen.”

Der Kreis empfiehlt den beiden Bundesländern, sich für neue Tagebaue einzusetzen. So könnten sie auch für die fernere Zukunft mutiger planen. Aus der “Lausitzer Seenlandschaft” könne am Ende das “Ostdeutsche Meer” werden. Dann fehle nicht mehr viel für eine direkte Schiffsverbindung zum Mittelmeer.

Politiker der Grünen horchten auf und zeigten Interesse an den Ideen des Berliner Kreises. Möglicherweise habe man “zu kurz gedacht” und die Braunkohle “als Energiequelle und Gestaltungsfaktor falsch eingeschätzt”. Ein Umdenken könne viele Koalitionsmöglichkeiten öffnen.

@Bse

26. Juni 2017