Bayer gewinnt Olympische Spiele

Der deutsche Pharmakonzern Bayer ist der große Gewinner der jüngsten Olympischen Sommerspiele. Das haben die Doping-Wächter der Universität Heidelberg herausgefunden.

In ihrer „Beobachtungsstelle für medizinischen Fortschritt im Hochleistungssport“ laufen alle vertraulichen Informationen der Sportverbände und der Industrie zusammen. Sie werden dort anonymisiert und statistisch ausgewertet. Bayer habe sich, so die Dopingwächter, mit großem Abstand vor der Konkurrenz platziert. Athleten, die von Verbindungsärzten des Unternehmens betreut würden, hätten die meisten Gold-, Silber- und Bronzemedaillen gewonnen.

Eine nationale Aufschlüsselung der Statistik legte die Beobachtungsstelle nicht vor. Länderwertungen und nationale Medaillenspiegel sind aus ihrer Sicht in Zeiten der Globalisierung irrelevant geworden. Bayer versorge, wie die meisten anderen Konzerne, längst Sportler aus aller Welt. Entscheidend für die Auswahl sei nicht die Herkunft, sondern die Experimentierfreudigkeit der Probanden, weil nur Stimuli, die sich noch in der Probephase befänden, erfolgreich, also unentdeckt eingesetzt werden könnten.

Wegen dieser globalen Herangehensweise der Heidelberger Beobachtungsstelle bleibt ungeklärt, ob und in welchem Ausmaß deutsche Sportler am Erfolg von Bayer beteiligt sind. Sie haben zwar in den meisten olympischen Wettbewerben versagt, in ihren Königsdisziplinen Armdrücken und Fingerhakeln jedoch Gold und Silber geholt. Kavallerie und Paddeln, ebenfalls deutsche Stärken, tauchen in der Statistik nicht auf, weil dort nicht die Reiter und Paddler, sondern die Pferde und Boote gedopt werden.