Lucke will Naturalien

AfD-Chef Lucke verweigert als Abgeordneter des EU-Parlaments die Annahme seiner Euro-Diäten. Er verlangt Dienstleistungen und Lebensmittel ohne den Umweg über das Geld. Wir fragten ihn nach seinen Gründen:

TN: Herr Lucke, hassen Sie den Euro so sehr?
Lucke: Nein, keineswegs. Ich bin Wissenschaftler. Ich lasse mich nicht von Emotionen leiten.
TN: Warum wollen Sie dann zurück zur Naturalwirtschaft?
Lucke: Das ist, anders als sie unterstellen wollen, kein Rückfall in altgermanische Gepflogenheiten, sondern eine notwendige Protesthaltung.
TN: Wogegen?
Lucke: Dagegen, dass der Euro viel zu breit gestreut wurde. Jeder, der die Hand hob, konnte ihn haben. Ein makroökonomischer Irrwitz. Gleichmacherei. Der Tod jeder Motivation, sich ein bisschen anzustrengen.
TN: Wollen Sie ihn wieder einsammeln?
Lucke: Ja, dafür arbeiten ich und meine Partei Tag und Nacht. Wenn es den Euro denn nun schon geben muss, dann darf er nur in einigen gesunden Kernstaaten gelten. Und die liegen, das mag man bedauern, nicht im Süden.
TN: Sie meinen, Portugal, Spanien, Griechenland müssen aus der Euro-Gemeinschaft wieder herausgedrängt werden.
Lucke: Freilich. Austritte. Reihenweise. Im Süden.
TN: Aber Deutschland lebt doch gut mit dem breit gestreuten Euro. Er hilft unserer Exportwirtschaft.
Lucke: Das ist es ja! Viele wissen das nicht: Wir leben auf Kosten der griechischen Arbeitslosen.
TN: Stark vereinfacht.
Lucke: Ich würde es Zuspitzung nennen. Das Volk braucht Zuspitzungen, sonst versteht es mich nicht. Aber es ist die Zuspitzung einer Tatsache. Und wenn Sie diese Tatsache mit Ihrem Gewissen vereinbaren können, ich kann es nicht. Da wäre ich auch ein schlechtes Vorbild für meine vielen Kinder.
TN: Würden Sie denn lieber nur auf Kosten der deutschen Arbeitslosen leben wollen?
Lucke: Nicht auf Kosten aller deutschen Arbeitslosen. Nur jener, die mich gewählt haben. Denn die haben wenigstens schon begriffen, dass es ihnen viel zu gut geht.
TN: Herr Lucke, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.